In Trauer und tiefer Verbundenheit geben wir bekannt, dass Mike Schönherr (Actionguide) in seinem 35. Lebensjahr am 25.06.2008 durch einen tragischen Unfall aus unserer Mitte gerissen wurde.
“Es war alles so selbstverständlich – sein Kommen und sein Gehen, sein Lachen und sein Grübeln, seine Anteilnahme und seine Hilfsbereitschaft. Seine Fröhlichkeit und sein Mut zum Risiko. Es war alles so selbstverständlich – nur das Ende nicht.”
All unsere positiven Gedanken gehen in diesem Moment an seine Frau, seine beiden Kinder und alle Hinterbliebenen. Wir wünschen Ihnen viel Kraft für die Zukunft und umarmen sie herzlichst!
Mike, du wirst uns fehlen!
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Hier ein Artikel über Mike Schönherr, welcher nicht unlängst erschienen ist:
„Es ist dieser Moment, wenn du am Abgrund stehst und zögerst. Du weißt, du kannst jetzt springen, aber du wartest. Dieses Gefühl ist unvergleichlich.“ Der Zillertaler Mike Schönherr spricht vom Adrenalinrausch, der ihn dazu treibt, von Felswänden oder Brücken zu springen. Mike ist Basejumper. DANIELA NOICHL UND STEFFEN ARORA
Im idyllischen Mayrhofen im Zillertal lebt und arbeitet Mike Schönherr. Der 33-Jährige könnte als Prototyp des Tiroler Bergfex durchgehen: Drahtige Statur und sonnengebräunter Teint, die obligate Sportbrille lässig am Kopf sitzend. Doch die Trekkinghose und das feste Schuhwerk sind bei ihm nicht bloß Accessoires. Der sportliche Look rührt von Mikes beruflichem Alltag her. Er ist Leiter des Action Club Zillertal. Wer sich aber hinter der klischeehaften Fassade einen geschwätzigen Bergführertypus erwartet, den überrascht Mike mit schüchterner Zurückhaltung. Er ist kein Mann vieler Worte, eher ein Mann außergewöhnlicher Taten. Sein Arbeitsalltag lässt Sofasurfern die Nackenhaare zu Berge stehen. Vormittags etwas Rafting, danach Klettern und nachmittags eventuell noch ein Paragleitflug. Mikes Beruf ist der Extremsport. Wenig überraschend, dass er die wohl extremste aller Sportarten zu seinem Hobby erkor. Vor sechs Jahren begann er mit dem Skydiven, also dem herkömmlichen Fallschirmspringen aus Flugzeugen. Nur ein Jahr und circa 70 Absprünge später wollte er mehr, oder besser gesagt weniger Höhe und Luftwiderstand. Am 20. November 2002 sprang Mike das erste Mal vom Boden aus mit dem Fallschirm ab. Basejumping ist seither seine Leidenschaft. „Es gibt keine Regeln, alles ist dir überlassen, das ist das Tolle daran“, sprudelt es plötzlich aus ihm heraus. Seine Augen leuchten, als er vom „unvergleichlichen Moment“ des Absprunges erzählt.
Der Magie dieses Moments ist auch Rainer Gindl aus dem obersteirischen Admont verfallen. Dort, am Eingang zum Nationalpark Gesäuse, ist aus einer Gruppe von Hobby-Fallschirmspringern in den letzten Jahren eine kleine Clique von Basejumpern entstanden. In ganz Österreich wird die Szene auf rund 20 Personen geschätzt, somit nimmt Admont den Rang eines Basejump-Zentrums ein. Rainer war einer der Ersten aus dem Freundeskreis, der sich in den Abgrund stürzte. „Es ist nicht einfach nur Runterspringen, man braucht schon eine bestimmte Technik. Wenn man die nicht hat, drohen ernsthafte oder gar tödliche Verletzungen“, erklärt der 30-jährige Sportwissenschafter und hält fest, dass nicht jeder sofort zum Basejumper werden kann. Schmunzelnd erzählt Rainer von seinem ersten Sprungvorhaben am italienischen Gardasee: „Ich habe vom Basejump-Mekka in Arco gehört und bin einfach hingefahren. Mir wurde aber schnell klar, dass ich trotz meiner Erfahrung als Fallschirmspringer zuerst noch einiges zu lernen habe.“ Denn Basejumping und klassisches Fallschirmspringen weisen grundlegende Unterschiede auf. Das beginnt bei der Ausrüstung. Zwar springen beide mit Fallschirmen, doch Basejumper verzichten auf den Rettungsschirm, was auch Unterschiede beim Packen bedeutet. Ein kleiner Fehler beim Falten und Verstauen des Fluggeräts kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen. Etwa die gefürchtete Drehung um 180 Grad nach dem Öffnen des Schirmes: „Bist du zu nah an der Wand oder dem Gebäude, dann hast du in diesem Fall keine Chance mehr zu reagieren.“ Deshalb muss bereits während des freien Falls möglichst viel Abstand zum Berg oder Gebäude gewonnen werden. Gleich nach dem Absprung nehmen die Springer eine Kopfüber-Position ein und steuern mit an den Körper angelegten Armen – im Fachjargon Tracking genannt. Um diese Steuerung zu optimieren wurden eigene, so genannte Wing-suits entwickelt. Schwimmhäuten ähnlich sind zwischen Armen und Oberkörper sowie zwischen den Beinen Stoffbahnen am Anzug angebracht, die den Luftwiderstand erhöhen und somit die Flugzeit verlängern und die Steuerung erleichtern.
Rainer nahm sich ungefähr ein Jahr Zeit zum Lernen, ehe er seinen ersten Basejump von einer 125 Meter hohen Brücke in Slowenien wagte. Auch der Zillertaler Mike wird seinen ersten Basejump nie vergessen. Schon als Kind habe er sich beim Bergsteigen immer gewünscht, anstatt wieder abzusteigen einfach hinunterspringen zu können. Jetzt kann er es. Doch es sei schwer gewesen, erzählt er, jemanden zu finden, der ihn zu seinem ersten Sprung mitnahm. Schließlich könne man Basejumping nicht in einem Kurs erlernen. Denn offiziell ist es verboten, von befestigten Objekten mit Fallschirmen abzuspringen. Lediglich beim Springen von Felswänden gibt es eine Grauzone, sagt Mike. „Jedenfalls habe ich jemanden gefunden, von dem ich wusste, dass er es macht. Ich habe ihn dann so lange genervt, bis er mich mitgenommen hat“, schmunzelt der Zillertaler. Mittlerweile habe auch er einen Novizen zum ersten Sprung begleitet: „Der hat es genauso gemacht und mich genervt, bis ich ja sagte.“ Das sei eine Frage der Philosophie gewesen, sagt Mike, er habe zurückgegeben, was er bekommen hat. Damit sei dieser Fall für ihn erledigt. Er würde heute niemanden mehr zum ersten Sprung mitnehmen. Basejumping ist kein Teamsport, jeder trägt die Verantwortung für sich selbst.
Der Extremsport ist noch relativ jung. Als Vater des modernen Basejumpings gilt der US-Amerikaner Carl Boenish, der in den 1960ern begann, das Springen von befestigten Objekten zum Sport mit eigener Philosophie zu entwickeln. Doch es gibt bereits Aufzeichnungen über so genannte „Turmspringer“ aus dem 14. Jahrhundert. Auch in den Alpen hat Basejumping „Tradition“. Eine Fotografie zeigt einen todesmutigen Zahnarzt, der sich in den 1950ern mit seiner Fallschirmausrüstung eine Felswand in den Dolomiten hinunterstürzte. Ob er heil unten ankam, ist nicht überliefert. Doch als offizieller Geburtsort des Basejumpings gilt der Yosemite Nationalpark in den USA, wo Boenish am 8. August 1978 mit Freunden die Geburtsstunde des Sports feierte. Er gab ihm auch den Namen, der anfangs noch BEST-jumping lautete, was für „Building, Earth, Span, Tower“ stand. Das gefiel ihm nicht sonderlich und so wurde aus dem Tower eine Antenna und folglich das BASE-jumping. Boenish verunglückt 1984 tödlich bei der Ausübung „seines“ Sports.
Trotz aller Risiken zieht es die Basejumper immer wieder hin zum Abgrund. Sie suchen den Kick. Wenn die Füße sich anschicken, den festen Boden zu verlassen, und den Körper entgegen jeder menschlichen Logik in die Luft über den Abgrund hinausstoßen. „Du springst ins Nichts“, schwärmen die Basejumper von diesen Sekunden. Anders als beim Fallschirmspringen aus Flugzeugen wirkt beim Basejumping zu Beginn kein Luftwiderstand auf den Körper. „Beim Flugzeug hast du von Anfang an den enormen Fahrtwind im Gesicht, der wie ein Polster wirkt. Beim Basejumping ist da erst einmal nichts, gar nichts. Du springst ins Leere und bist völlig schwerelos“, schwärmt Mike. Jedoch ist beim Basejumping auch die Zeit im freien Fall viel kürzer als beim herkömmlichen Fallschirmspringen. Hierin liegt die größte Gefahr verborgen, wie Mike erklärt: „Du darfst auf keinen Fall zu lange mit dem Pullen warten.“ Den Kick hinauszuzögern, kann tödlich enden. Auch Mike kannte einen Springer, der „zu lange gewartet hat“. Die Risiken ihres Sports sind ihnen durchaus bewusst. Es liegt an jedem Einzelnen, sie für sich selbst abzuwägen. Seine Grenze liege dort, sagt Mike, wo das Risiko größer wird als die Chance, dass es gut geht. Doch er kratzt immer wieder an dieser Grenze und weiß selbst, dass es gerade bei diesem Sport keine Garantie darauf gibt, heil am Boden anzukommen. Im Internet führt die Basejump-Community Buch über ihre Verluste. Akribisch wird dort jeder tödliche Unfall mitsamt den näheren Umständen festgehalten. Genau 118 waren dies weltweit, seit 1981 der erste Basejumper verunglückte. In einer Szene, die so klein und verschworen ist, bedeutet jeder einzelne Fall einen tragischen Verlust.
Am Ende jedes Sprunges steht die Landung. Besonders wenn illegal gesprungen wird, wie etwa von der Europabrücke, ist auch hier Vorbereitung alles. Es gilt ein Fluchtauto bereitzustellen, damit die Polizei nicht schneller ist und im schlimmsten Fall das Equipment beschlagnahmt. Unlängst, erzählt Mike, habe ein befreundeter Jumper am Ende eines perfekten Base-Tages das Lebensgefühl der Community auf den Punkt gebracht: „Another day we’re all alive!“
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Hallo
wie ist es denn zu dem Unfall gekommen? Ist es beim Basejumping passiert, oder wo anders?
Bernd
Hallo Bernd,
der tragische Unfall passierte, als Mike einen neuen Wing-Anzug beim basejumpen ausprobierte
und dabei ein eine “Kopfüber-Lage” kam. Eines führte zum anderen und hier zählen ja bekanntlich
Sekunden. Bis Mike wieder stabil in der Luft war, war es leider zu spät.
Kein Material- sondern ein Pilotenfehler. Generell war Mike ein sehr, sehr erfahrener Pilot.
Die Gefahr war ein Kick, den er brauchte. Leider bezahlte er dafür mit seinem Leben!
Ich hoffe, das beantwortet deine Frage. Über weitere Kommentare freuen wir uns natürlich.
LG aus dem Zillertal,
Alexandra
Hi, ich bin zwar selber Sportler….doch Basejumpen, warum tut man sich das an?? Man sieht was dabei rauskommt…..Den Adrenalinkick kann man sich auch durch andere Sportarten holen.
Fritz
Naja Fritz, jedem das Seine … ich denke, dass jede Sportart bei der ein Adrenalinkick gegeben ist, etwas mit Gefahr oder Risiko zu tun hat. So pauschal kannst du das nicht sehen. Das ist meine Meinung dazu. Was sportelst du denn? Da kann nichts passieren oder? Wie kriegst du deinen Adrenalinkick? LG, Alexandra
hallo!
ich habe mike gekannt, springe selber von festen objekten und habe der polizei geholfen, die unfallursache zu ermitteln.
deiner erklärung alexandra, ist im wesentlichen nichts hinzuzufügen. alle weiteren details tun nicht unbedingt was zur sache.
zu deiner frage fritz, wieso man sich das “antut”:
ich werde oft gefragt, wieso man dieses risiko eingeht und wieso ich das mache. basejumpen tut man nicht von heute auf morgen. es ist ein langer prozeß um diesen sport zu erlernen. umso länger man sich mit dem sport, seiner herkunft und der technik beschäftigt, umso mehr man seinen körper im freifall beherrschen gelernt hat, umso “klarer” sieht man basejumpen. die risiken lassen sich minimieren, mit entsprechend guter und akribischer vorbereitung. ein restrisiko bleibt immer, wie überall. ein unheimlich wichtiger faktor spielt die mentale stärke. ich habe sehr lange darüber nachgedacht, ob ich diesen sport wirklich machen will, ob ich mir der konsequenzen bewusst bin, habe schon bevor ich selbst gesprungen bin, die schattenseiten gesehen. erst wenn man das klar für sich mit ja beantworten kann, ist man bereit. aber man ist nicht jeden tag gleich stark im kopf. es gibt tage, da fühlt man sich einfach nicht gut oder unsere innere stimme will uns vor etwas warnen. dann sollte man darauf achten und hören, und nicht springen. die meisten menschen sind heute nicht mehr in der lage, auf ihren körper oder ihre innere stimme zu hören.
ein guter sprung fängt im kopf an und hört im kopf auf.
ich habe jetzt vielleicht nicht genau das wieso erklärt, aber dennoch versucht, euch einen kleinen einblick zu geben.
wenn ihr noch fragen habt, dann meldet euch einfach.
andY
Wenn man sich in Gefahr begibt kommt man darin um. Das ist an dieser Stelle, bei diesm traurigen Ereignis sicherlich vielleicht ein wenig zynisch, sollte aber doch zum Nachdenken gereichen. Wir haben nur ein Leben und in der Regel gegen Dritten auch eine Verantwortung, daher finde ich solche risikoreichen “Sportarten” nicht passend. Ist halt meine Meinung
bernd, aus dir spricht ein familienvater, richtig?! aus diesem blickwinkel verstehe ich deine aussage sehr wohl. die pauschale aussage, begibt man sich in gefahr, kommt man darin um, ist hatlos. wo fängt gefahr an und wo hört gefahr auf?! wie oft fliegt im zillertal im winter der rettungshubschrauber?! demnach muss man daraus schliessen, dass skifahren gefährlich ist und man es nicht machen sollte, weil man zumindest schwer verletzt, oder aber auch dabei umkommen könnte.
sieh dir unfallstatistiken an. autofahren gehört heute zu den ganz normalen alltagstätigkeiten, aber wie gefährlich ist es?! statistiken zeigen auch klar auf, dass das normale fallschirmspringen weniger gefährlich ist, als zb reiten.
die entscheidung muss jeder für sich treffen. klar ist aber auch, dass jemand der nichts vom thema “freifall” versteht, dass wieso auch nicht nachvollziehen kann.
andY
Andy,
Statistiken, bitte poste doch die Statistiken damit wir sie beide prüfen können, vielleicht liege ich falsch, aber vielleicht auch Du.
Familienvater: richtig getippt
HORSE RIDING: A recent survey on the number of fatalities per 100,000 participants in the US put riding a horse - including eventing, racing and show jumping - at the top of the list with a whopping 128. And that’s without taking into account all the horses that perished too. Compare this number to the seemingly much more dangerous sport of boxing - which has just 1.3 deaths per 100,000 - and it puts into perspective quite how dangerous getting your leg over a horse can be.
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According to studies, parachuting is considerably safer when compared with perceived lesser risky sports such as scuba diving or board surfing. In fact the average death due to parachuting is only 30 in every 100,000 jumps while there is a higher rate of 47 deaths in every 1000,000 scuba diving exercises every year. There is a higher rate of death in mountain climbing totaling to 50 deaths in every 100,000 and 67 lives are claimed every year because of hot air ballooning.
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bitte bernd! auf eine antwort bin ich gespannt…
andY
Grunsätzlich ist bei einer solchen Statistik auch folgendes zu betrachten:
Wieviele Stunden werden mit dem Hobby pro Jahr verbracht.
Wenn en Mesch pro Jahr im Durschschnitt 100 Stunden reitet aber nur 10 Stunden eine “gefährlicherer” Sportart X durchführt beim Reiten 1,5 Unfälle pro Tausend Menschen vorkommen bei der anderen Sportart X aber nur 0,9 Unfälle pro Tausend Menschen ist die andererSportart X aber für mich gefährlicher.
ok, ich seh schon. wir sind unterschiedlicher meinung und das wird sich auch nicht ändern. klar, statistiken kann man schönen und sie lassen spielraum für interpretationen.
aber allen statisitken liegt ein geimsamer nenner zu grunde, um sie eben vergleichen zu können. dein vergleich mit den stunden ist für mich völlig aus der luft gegriffen… reiten und fallschirmspringen den faktor zeit zu grunde zu legen, ist mMn nonsense…
andY
p.s.(ich bin ab nexter woche wieder im zillertal und wenn du willst, können wir uns doch persönlich treffen? dann lassen sich die dinge sicher besser diskutieren.)
@Andy, da bin dann leider nicht, aber wie Du schon geschrieben hast, über Statistiken lässt sich vortrefflich streiten oder wie heisst es immer traue keiner Statistiki die Du nicht selber erstellt hast. V
Hallo
Ich habe die tragische Geschichte gelsenen, und möchte gerne mal wissen, welche Gefahren für ein jumper in der LUFT auf sich zu kommt?
(Den ich schreibe meine Abschluss Arbeit in meiner Lehre über Base- Jumping, und zur dieser Frage fand ich bis jetzt noch keine Antwort, ausser die schlimmen Windstössen)
Wäre cool wenn ich mehr herausfinden könnte.
LG chanti